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Rheinbach

Rheinbach: Poesie und Wahrnehmung - Glasobjekte und Bilder von Wolfgang Mussgnug

picWolfgang Mussgnugs Glasobjekte – sie entstehen in Zusammenarbeit mit der Glashütte Zanetti in Murano – und Zeichnungen haben eines gemeinsam: Wesentlicher Bestandteil ihrer Erscheinung sind Schriftspuren und schriftähnliche Zeichen. Betrachtet man die Werke genauer, so zeigt sich schnell, dass die Schriftelemente zwar bis ins kleinste Detail zu erkennen, jedoch nicht zu entschlüsseln sind.

Stets sind die Schriftelemente eingebettet in vielschichtige, komplexe Kompositionen. Der Künstler bedient sich eines eigenen Zeichensystems, einer ganz persönlichen Sprache, die er vor längerer Zeit für sich entwickelt hat. Nun, da Schrift ihrer Funktion als allgemeinverständlichem Bedeutungsträger entkleidet ist, nimmt der Betrachter umso mehr ihren zeichnerischen Ausdruck wahr, d.h. den Fluss der Liniensetzungen, ihre Dynamik und ihren Rhythmus. Wichtig ist das Bildhafte der Schrift, nicht ihr Inhalt.

So stellt die Ambivalenz zwischen Erzählerischem einerseits und Rätselhaftem andererseits einen Grundzug in der Kunst Wolfgang Mussgnugs dar und ist sowohl für sein plastisches wie auch zeichnerisches Werk charakteristisch. Alle ausgestellten Arbeiten sind ein Angebot, einen Zugang zu einem anderen Sehen als dem eigenen zu finden, Neues, Ungewohntes zu entdecken. In ihrem Ausdruck zeitloser Ruhe und Ausgeglichenheit wirken die Objekte archaisch und modern zugleich. Bei den Zeichnungen, die meist in Mischtechnik mit Kreide, Tusche, Farb- und Bleistift realisiert wurden, bilden freie und durch Erinnerung gesteuerte Formfindungen die Grundlage der subjektiven Notate – vorgetragen in einer spontanen und ungekünstelten Sprache, dabei Leichtigkeit und zugleich Intensität ausstrahlend.

1958 geboren in Nördlingen; 1978–1983 Studium der Philosophie, Politologie und Kunstgeschichte an der Universität Heidelberg und München; seit 1984 freischaffend als Künstler tätig, Honorarprofessor an der Internationalen Hochschule Calw, Kurator, Vortragstätigkeit; seit 1990 Beschäftigung mit der Verbindung von Text und Schrift mit dem Bild; seit 1998 Glasmalerei in Zusammenarbeit mit der Mayer'schen Hofkunstanstalt für Glasmalerei und Mosaik, München; seit 2001Glasobjekte in Zusammenarbeit mit der Glashütte Zanetti, Murano/Venedig

Zur Eröffnung der Ausstellung am Freitag, dem 21. August, 20.00 Uhr im Glasmuseum Rheinbach – Ratssaal – Himmeroder Wall 6 sind alle Freunde der Glaskunst herzlich eingeladen.
 
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