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Rheinbach

Rheinbach: Glanz und Glitzer - 200 Jahre Gablonzer Modeschmuck

picUnter Gablonzer Schmuck versteht man Modeschmuck aus Glas und nicht edlen Metallen. Ihre freie Kombination – inzwischen noch durch Kunststoffe erweitert – ermöglicht einen immensen Reichtum an Farben, Formen und Dekors. Glasperlen, Strass, Cabouchons, Colliers, Broschen, Ohrgehänge – die schöpferische Kraft der Gablonzer Kunsthandwerker war und ist bis heute grenzenlos. Schmückendes und Modisches sind hier seit dem 19. Jahrhundert eine stürmische Synthese eingegangen.

Doch die führende Rolle Gablonz in der Modeschmuckbranche ist heute vielfach in Vergessenheit geraten. Nur wenige wissen noch, dass bis zum Zweiten Weltkrieg der international bekannteste Name für Kleinglaswaren und Modeschmuck eben „Gablonz“ lautete und dass in dieser nordböhmischen Region eine einmalige Vielfalt von Modeschmuck hergestellt wurde.

Nach der Vertreibung 1945/46 gründeten die Gablonzer an verschiedenen Orten neue Industrien. In der Bundesrepublik entstanden die wichtigsten im Raum Kaufbeuren, im Fichtelgebirge sowie in und um Schwäbisch-Gmünd. Das „Wirtschaftswunder“ erfasste auch die Gablonzer Industrie. 1954 erreichte ihr Export bereits 50% des Vorkriegsvolumens. Dreiviertel davon kamen aus dem Raum Neugablonz-Kaufbeuren. Von der dortigen Produktion gehen heute über 40% ins Ausland. Asien, zumal Japan, die USA sowie die europäischen Staaten sind die Hauptabnehmer.

Zur Zeit bilden an die 150 kleine und mittelständische Betriebe die Gablonzer Industrie. Inzwischen produziert sie nicht nur Schmuck, sondern beliefert z.B. die Computer-, Telekommunikations- und Automobilindustrie sowie die Unterhaltungs-elektronik mit hochwertigen Präzisionsteilen.

Die wohl umfangreichste und vielseitigste Privatsammlung von Gablonzer Modeschmuck hat Sibylle Jargstorf zusammengetragen. Die Ausstellung zeigt einen Querschnitt aus ihrer Sammlung mit den unterschiedlichsten Facetten der Schmuckproduktion und bezeugt die unerschöpfliche Kreativität der Gablonzer.

Zur Eröffnung der Ausstellung am Freitag, dem 6. November 2009, 19.30 Uhr im Glasmuseum Rheinbach sind alle Freunde der Glaskunst herzlich eingeladen.

Begrüßung: Dr. Ruth Fabritius, Museumsleiterin
Einführung: Sibylle Jargstorf, Sammlerin und Ausstellungskuratorin
Schülerinnen des Staatlichen Berufskollegs führen Gablonzer Schmuckkreationen aus zwei Jahrhunderten vor.

Ausstellung im Glasmuseum Rheinbach
Himmeroder Wall 6, 53359 Rheinbach
Tel. 0 22 26 / 917 501
www.glasmuseum-rheinbach.de
6.11.2009 – 31.01.2010
 
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