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Newsbeiträge

Bad Honnef

Bad Honnef: Von Froschregen, Krötenzöpfen und Unkenrufen - Erstes naturkundliches Jugendcamp des VVS

Vom 27. bis 30. Mai 2010 findet rund um die Jugendherberge Bad Honnef erstmals ein dreitägiges naturkundliches Erlebnisseminar des „Verschönerungsvereins Siebengebirge“ (VVS) für Schüler der Klassen 6 bis 10 aller weiterführenden Schulformen statt (www.naturpark-siebengebirge.de). „Natur begreifen und Natur schützen“ lautet das Motto des Jugendcamps anlässlich des 140. Geburtstags des Vereins. 62 Schüler aus der Region wurden von 10 Gymnasien, 6 Realschulen und 2 Hauptschulen dem VVS vorgeschlagen, um intensiv die einzigartige Natur des Siebengebirges zu erforschen. Die Jugendherberge Bad Honnef (www.bad-honnef.jugendherberge.de) ist Basislager und Ausgangspunkt aller Aktivitäten. Mit ihrer Lage am Rande des Siebengebirges und ihrem GUT DRAUF-Ernährungskonzept sowie einem umfangreichem Freizeitangebot bietet sie ideale Bedingungen für das naturkundliche Erlebnisseminar.
„Wer das Siebengebirge erst einmal erlebt und erforscht hat, weiß seinen Wert zu schätzen und wird es in der Zukunft schützen.“ Dieses Ziel verfolgt der VVS mit seinem Jugendcamp. Unter Anleitung von Experten setzen sich die Schüler mit spannenden biologischen und geologischen Themen auseinander. Sie vergleichen die Lebensräume Wald, Wiese und Steinbruch mit ihrer vielfältigen Kleinsttier- und Pflanzenwelten, tauchen in die Welt der Amphibien ein und erfahren, was „Froschregen“, „Krötenzöpfe“ und „Unkenrufe“ sind. Anhand von Spuren im Gelände, selbst gesammelten Steinen und Karten untersuchen sie die Entstehung und Zusammensetzung der Vulkane im Siebengebirge. Außerdem erfahren sie Wissenswertes über Streuobstwiesen und lernen alte Bäume zu pflegen. Abschließend präsentieren die Schüler ihre Ergebnisse der Öffentlichkeit. Das VVS-Jugendcamp 2010 steht im Kontext von Umweltbildung, Bildung für Nachhaltigkeit sowie dem interdisziplinären Austausch und der Vermittlung von Wissen zu Umwelt und Natur.

Eröffnet wird das VVS Jugendcamp am Donnerstag um 15.00 Uhr durch den Vorsitzenden des VVS Herbert Krämer, dem stellv. Vorsitzenden des Museum König, Prof. Dr. Wolfgang Böhme, Christoph Rüter vom Amt für Natur- und Umweltschutz des Rhein-Sieg-Kreises und Hans-Joachim Gardyan, dem Koordinator des Jugendcamps.

Die gesamte Maßnahme wird durch die Bundesstiftung Umwelt  finanziell gefördert.

Donnerstag, den 27.Mai 2010
ab 14.00 Uhr   Anreise
15.00 Uhr       Herbert Krämer, Vorsitzender des VVS
                     Begrüßung,
                     Der Verschönerungsverein Siebengebirge VVS und die Alleinstellungsmerkmale des Siebengebirges
15.15 Uhr       Christoph Rüter, Amt für Natur- und Landschaftsschutz  Rhein-Sieg-Kreis
                     Das Siebengebirge ist einzigartig
15.45 Uhr        Prof. Dr. Wolfgang Böhme, stellv. Direktor Museum Koenig, Bonn
                       Munteres Leben im Siebengebirge
16.05 Uhr       Hans-Joachim Gardyan, Koordinator des VVS Jugendcamps
                      Organisatorisches, Jugendherbergsordnung, Was heißt „Gut drauf“?
                      Vorstellung der Modulleiter
16.30 Uhr       Kaffeepause
17.00 Uhr       Einzelsitzungen der Arbeitsgruppen
19.00 Uhr        Abendessen
20.00 Uhr       Freizeit

Freitag, den 28. Mai 2010
8.00 Uhr          Frühstück
9.00-17.00      Exkursionen, Kartierungen, Kurzvorträge, praktische Übungen usw.
18.00               Abendessen

Samstag, den 29.Mai 2010
8.00 Uhr           Frühstück
9.00-12.00       Vorbereitung einer Gruppenpräsentation
12.00 Uhr         Mittagessen
13.00 Uhr         Abfahrt zur Obstwiese am Wintermühlenhof:
13.30 – 18.00   Gemeinsame Natur- und Landschaftspflege
                       (Mahd, Obstbaumpflege, Anlegen einer Trockenmauer, Geologie)
19.00 Uhr        Abendessen

Sonntag, den 30. Mai 2010
8.30 Uhr        Frühstück
9.15 Uhr        Präsentationsaufbau
10.00 Uhr       Öffentliche Präsentation aller Ergebnisse
ab 12.00 Uhr    Abreise

Für die Exkursionen steht ein Bus zur Verfügung.


Modul 1: Dr. Miriam Mews, Dipl.Biol.
„Lebensräume im Siebengebirge I - Natur sich selbst überlassen und Natur pflegen“

Warum gibt es im Siebengebirge eine so große Anzahl von unterschiedlichen Pflanzen und Tieren? Weil wir einerseits einen „wilden“ Wald haben, in dem Bäume alt werden dürfen, andererseits auch vom Menschen erschaffene Lebensräume wie Steinbrüche oder Weinberge, in denen ganz andere Lebensbedingungen herrschen und erhalten werden müssen. Nach einer theoretischen Einführung erforschen wir die Pflanzen- und Kleintierwelt in den unterschiedlichen Lebensräumen, vergleichen mit einer Bestandaufnahme Wald mit Wiese und Steinbruch. Weiterhin untersuchen wir Insekten und deren Vielfalt, besonders im alten Wald mit totem Holz.

Modul 2:  Monika Hachtel, Dipl.Biol.
„Lebensräume im Siebengebirge II - Gewässer und Amphibien“

Was sind Amphibien, welche Arten gibt es und wo kann ich sie im Siebengebirge aufspüren? Was können wir zu ihrem Schutz unternehmen? Diesen Fragen wollen wir mit Exkursionen in das Siebengebirge nachgehen. Anhand gefundener Tiere wollen wir einiges über ihren Körperbau, die verschiedenen Arten und Anpassung an Lebensräume erfahren. Auch wollen wir bei einem Vortrag und Seminar etwas über die Entstehung und Entwicklung der Amphibien erfahren, ihre Stimmen anhören und klären, was „Froschregen“, „Krötenzöpfe“ und „Unkenrufe“ sind.

Modul 3:  Susanne Brüning-Schmitz, Dipl.Geol
„Vulkane im Siebengebirge - Vulkane prägen die Landschaft“

Einst war das Siebengebirge Schauplatz heftiger Vulkanausbrüche. Wie war der Verlauf der Geschichte und was kann man heute - nach vielen Millionen Jahren – noch entdecken? Nach einer theoretischen Beschäftigung mit dem Thema wandern wir durch eine ehemalige vulkanische Aschewolke hinauf zu verschiedenen Vulkanen und schauen uns auch an, wie der Mensch dort eingegriffen hat. Mit Hilfe von Spuren im Gelände, selbst gesammelten Steinen und Karten erforschen wir die Herkunft, Entstehung und Zusammensetzung der Vulkane und die Bildung der Landschaft.

Modul 4: Barbara Bouillon, Dipl.Biol., Dr. Dieter Steinwarz, Dipl.Biol.
„Streuobstwiesen im Siebengebirge – ökologisch und kulturhistorisch einzigartig“

Wisst ihr, dass es keinen Kreis in NRW gibt, wo es mehr Streuobstwiesen gibt als bei uns? Streuobstwiesen sind Wiesen mit alten Obstbäumen und jungen Bäumen, die durch das Absterben der alten Bäume verstreut auf einer Wiese stehen. Bei uns werden sie aber wenig beachtet und gepflegt. Wir wollen sie jedoch erhalten, da es altes Kulturgut ist und dort viele Pflanzen und Tiere leben, die wir uns anschauen. Wir werden euch alles Wissenswerte erklären und gemeinsam eine alte Obstwiese mit alten Bäumen pflegen – und ihr lernt, wie man Obstbäume richtig schneidet, damit sie gut wachsen, alt werden und regelmäßig Früchte tragen.
 
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