Erstmals
widmet die Bundeskunsthalle eine Ausstellung dem Engagement privater
Sammlerinnen und Sammler: 145 Werke von 57 Künst
lerinnen und Künstlern
aus einer Generation, die im Wesentlichen in den 1970er Jahren geboren
wurde, kommen aus 15 privaten Sammlungen aus Deutschland, Frankreich
und der Schweiz.
Warum
Neugierig?
Die Ausstellung bietet einen konzentrierten Einblick in die zentralen
Fragestellungen der zeitgenössischen Kunst und gibt einen Ausblick auf
die bildende Kunst der kommenden Jahre. Sie dient als Reflexionsfläche,
als ein Ort des Nachdenkens, und für dieses Angebot ist Neugier – auch
auf Seiten des Betrachters – eine der besten Voraussetzungen.
Im Mittelpunkt der Ausstellung steht die Frage nach dem Verhältnis der
Kunst zur aktuellen politischen, sozialen und privaten Realität.
Carol Bove,
Nurejev Mandala,
2006,
Sammlung Haubrok,
Foto: Courtesy of the artist
Eine Geschichte in mehreren Kapiteln:
Alle
Künstlerinnen und Künstler der Ausstellung verbindet, dass sie ihre
Arbeiten auf der Grundlage klarer Konzeptionen und Strategien
entwickeln. Ganze Werkgruppen stehen neben einzelnen, kleineren
Arbeiten, die nuanciert eine Pointe setzen. Dabei pendeln die Werke um
zwei Grundpole, die in der Ausstellung lesbar werden. Einerseits findet
der Besucher eine radikale Reduktion der Form und den minimalistischen
Einsatz von Materialien. Hier entwickelt sich die Erzählung über Form,
Material und Struktur des Werkes. Andererseits erlebt der Betrachter
eine direkt ablesbare Gegenständlichkeit und den breiten Einsatz
erzählerischer Mittel, die auch Elemente des Schockierenden,
Irritierenden zum Einsatz bringen.
Die neue Ausstellungsreihe der Bundeskunsthalle
stellt die Frage nach dem möglichen Verhältnis zwischen privaten
Sammlungen und öffentlichen Museen, nach den Trägern der historischen
Kontinuität und Orten der Öffentlichkeit in der globalen kulturellen
Konkurrenz des 21. Jahrhunderts.
Wichtige initiativ wirkende private Sammlungen der Bundesrepublik
Deutschland und des benachbarten Europa sollen daher in Zukunft
regelmäßig eingeladen werden. Dies entspricht dem Auftrag der
Bundeskunsthalle, ein Schaufenster der Kunstlandschaft und ihrer
zukunftsweisenden Faktoren zu sein.
Sammlungen:
About Change, Collection
Sammlung Boros
Sammlung Evergreen Berlin
Sammlung Falckenberg, Hamburg
Collection Antoine de Galbert, Paris
Collection Marc et Josée Gensollen, Marseille
Sammlung Goetz
Sammlung Haubrok
Sammlung KiCo
Sammlung Paul Maenz, Berlin
Olbricht Collection
Privatsammlung Köln
Sammlung Ellen und Michael Ringier, Schweiz
Sammlung Gaby und Wilhelm Schürmann
Julia Stoschek Foundation e.V.
General Idea,
Nazi Milk,
1979/1990,
Sammlung Gaby und Wilhelm Schürmann
Künstlerinnen und Künstler:
Vito Acconci, Doug Aitken, Heike Baranowsky, Hubert Becker, Karla
Black, John Bock, Carol Bove, Birgit Brenner, Anthony Burdin, Patty
Chang, Jake und Dinos Chapman, Hanne Darboven, Nathalie Djurberg,
Cheryl Donegan, Sam Durant, Marcel Dzama, Cao Fei, Fischli/Weiss,
Richard Fleischer, Ceal Floyer, Gelitin, General Idea, Wade Guyton,
GuytonWalker, Philippe Halsman, Diango Hernandez, Hannah Höch, Pierre
Joseph, William Kentridge, Kitty Kraus, Michael Kunze, Alicja Kwade,
Lisa Lapinski, Mark Leckey, Daniel Lergon, Lucy McKenzie, Alex
McQuilkin, Lorna Macintyre, Mathieu Mercier, Hans Niehus, Paulina
Oslowska, Roman Ondák, Pavel Pepperstein, Raymond Pettibon, Peter
Piller, Seth Price, Thomas Scheibitz, Tino Sehgal, Katja Strunz, Vibeke
Tandberg, Mathilde ter Heijne, Mario Garcia Torres, Jens Ullrich, Cathy
Wilkes, Johannes Wohnseifer, Aaron Young
Katja Strunz,
A Drop in Time,
2008,
About Change, Collection,
Foto: Jochen
Littkemann, Berlin,
Courtesy Contemporary
Fine Arts, Berlin