20 Jahre, nachdem die Utopie von einem besseren Leben greifbar
schien, ist aus dem Versprechen von Freiheit die Freiheit geworden,
wegzugehen. Held Tristan, alias Architektur-Student Anders, verlässt
seine Isolde, alias Simone, und macht sich auf den Weg nach Amerika und
auf die Suche nach Orten, wo man wirklich leben kann. Simone bleibt
zurück – und mit ihr jene, auf die keine große Zukunft mehr wartet. Was
diese Menschen verbindet, ist ihr Blick zurück in eine Vergangenheit, in
der sie arbeiten, lachen und lieben konnten. HEAVEN (zu tristan)
erzählt bitterkomisch und in poetischen Bildern von dem, was
übriggeblieben ist nach der letzten deutschen Revolution.
Die Premiere bildet den Auftakt zu einer sechsteiligen
Veranstaltungsreihe, in der sich fringe ensemble und THEATER BONN mit
dem Thema DEUTSCHE REVOLUTIONEN beschäftigen, mit den Hoffnungen und
Zielen der Revolutionäre, ihrem Scheitern und der Frage, warum in
Deutschland die Revolution nie so recht am Platz zu sein schien …
HEAVEN (zu tristan) inszeniert der junge Regisseur Jan Stephan
Schmieding, geboren 1975 , der nach seiner Studienzeit in Bonn und Arbeiten in der hiesigen freien Szene
als Regieassistent ans Schauspielhaus Zürich ging, wo er in der
vergangenen Spielzeit erste eigene Inszenierungen vorlegte.